Umsatz pro Behandlungseinheit
0Kurz erklärt: Durchschnittlicher Umsatz pro Behandlung.
Was bedeutet Umsatz pro Behandlungseinheit?
Der Umsatz pro Behandlungseinheit gibt an, wie viel Umsatz Ihre Praxis je Behandlungszimmer beziehungsweise je Stuhl in einem Zeitraum erwirtschaftet. Berechnet wird er, indem Sie den Praxisumsatz durch die Anzahl Ihrer Behandlungseinheiten teilen. Die Kennzahl zeigt Ihnen, wie gut Sie die teuerste Ressource Ihrer Praxis auslasten, denn jede Einheit bindet je nach Ausstattung Investitionen im mittleren fünfstelligen Bereich plus laufende Raum- und Wartungskosten.
Aussagekräftig wird die Zahl im Vergleich: zwischen Ihren eigenen Zimmern, über mehrere Quartale hinweg und gegen die Frage, was eine zusätzliche Einheit bringen würde. Eine Praxis mit vier Stühlen und demselben Umsatz wie eine Nachbarpraxis mit zwei Stühlen hat kein Umsatzproblem, sie hat ein Auslastungsproblem.
Wie misst man den Umsatz pro Behandlungseinheit?
Nehmen Sie den Honorarumsatz eines Quartals und teilen Sie ihn durch die Zahl der aktiv genutzten Einheiten. Feiner wird die Analyse, wenn Sie zusätzlich die belegten Stunden je Zimmer aus Ihrer Praxissoftware ziehen, denn dann sehen Sie, ob ein niedriger Wert an Leerstand liegt oder an Behandlungen mit geringem Stundensatz. Typische Ursachen für schwache Werte sind Terminausfälle, lange Rüstzeiten zwischen Patienten und ein Zimmer, das faktisch als Lager dient.
Konkrete Handlungsempfehlungen:
- 1. Erfassen Sie die Auslastung jeder Einheit über vier Wochen: belegte Stunden, Leerstand, Ausfälle. Ohne diese Basis bleibt jede Optimierung Raterei.
- 2. Reduzieren Sie Terminausfälle durch Erinnerungen und Online-Terminbuchung, denn eine ausgefallene Stunde je Zimmer und Tag summiert sich pro Einheit schnell auf einen fünfstelligen Jahresbetrag.
- 3. Füllen Sie Lücken systematisch über ein Recall-System und eine kurzfristige Nachrückerliste für abgesagte Termine.
- 4. Prüfen Sie vor jeder Erweiterung, ob die bestehenden Einheiten ausgelastet sind. Mehr Neupatienten für vorhandene Kapazität sind fast immer günstiger als ein zusätzliches Zimmer. Wie Sie planbar Anfragen aufbauen, zeigen wir unter Patientengewinnung für Zahnarztpraxen.
Beispiele aus der Zahnarztpraxis
1Viertes Zimmer als Lager entlarvt
Eine Praxis mit vier Einheiten stellt bei der Auswertung fest, dass Zimmer vier nur wenige Stunden pro Woche belegt ist und faktisch als Abstellraum dient. Nach Einführung fester Prophylaxe-Blöcke in diesem Zimmer steigt der Umsatz je Einheit spürbar, ohne dass eine neue Stelle nötig ist.
2Erweiterung vertagt, Auslastung erhöht
Ein Inhaber will wegen voller Terminbücher anbauen. Die Analyse zeigt jedoch Leerstand am frühen Nachmittag und hohe Ausfallquoten am Montag. Mit Online-Terminbuchung und einer Nachrückerliste steigt der Umsatz je Einheit um einen zweistelligen Prozentwert, der Anbau wird um Jahre verschoben.
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