Active Sourcing
0Kurz erklärt: Proaktive Ansprache von potenziellen Kandidaten, anstatt auf Bewerbungen zu warten. Besonders effektiv bei Fachkräftemangel in der Dentalbranche.
Was bedeutet Active Sourcing?
Active Sourcing bezeichnet die direkte Ansprache von Fachkräften durch den Arbeitgeber, bevor diese sich selbst bewerben. Ihre Praxis sucht gezielt nach passenden Kandidatinnen, etwa auf Instagram, über Fortbildungen oder über Empfehlungen aus dem Team, und nimmt persönlich Kontakt auf. Während eine klassische Stellenausschreibung auf eingehende Bewerbungen wartet, gehen Sie beim Active Sourcing den ersten Schritt.
Im Dentalbereich ist das besonders relevant, weil die meisten qualifizierten Kräfte in fester Anstellung sind und Stellenanzeigen selten lesen. Die Bundesagentur für Arbeit führt die ZFA als Engpassberuf, und der Fachkräftemangel sorgt dafür, dass wechselwillige Kräfte oft innerhalb weniger Wochen mehrere Angebote haben. Diese Zielgruppe erreichen Sie eher über persönliche Ansprache und eine sichtbare Arbeitgebermarke als über ein Jobportal, auf dem Ihre Anzeige neben zwanzig anderen Praxen steht.
Wie funktioniert Active Sourcing in der Zahnarztpraxis?
Der Ablauf hat drei Stufen: passende Personen finden, Kontakt aufbauen und in Verbindung bleiben. Finden heißt konkret: Instagram-Profile von ZFA und ZMP aus Ihrer Region, Teilnehmerinnen von Fortbildungen, Empfehlungen aus Ihrem Team und frühere Bewerberinnen. Die Ansprache funktioniert am besten kurz und persönlich, zum Beispiel als Direktnachricht vom Praxisprofil mit Bezug auf etwas Konkretes aus dem Profil der Person. Wer aktuell nicht wechseln möchte, bleibt mit Einverständnis in Ihrem Talent Pool und wird bei der nächsten offenen Stelle als Erstes gefragt.
Konkrete Handlungsempfehlungen:
- 1. Fragen Sie Ihr Team aktiv nach Empfehlungen und belohnen Sie erfolgreiche Vermittlungen mit einer Prämie, zum Beispiel 500 Euro nach bestandener Probezeit. Empfehlungen aus dem Team sind im Praxisalltag die stärkste Quelle für passende Kandidatinnen.
- 2. Bauen Sie einen Talent Pool auf: Jede Bewerberin, die fachlich passt und gerade keine Stelle bekommt, erhält das Angebot, in Kontakt zu bleiben.
- 3. Pflegen Sie Ihr Praxisprofil auf Instagram, bevor Sie Nachrichten verschicken. Die erste Reaktion auf Ihre Ansprache ist fast immer ein Blick auf Ihr Profil, hier zahlt sich Employer Branding direkt aus.
- 4. Prüfen Sie vor der Ansprache Ihre Wirkung als Arbeitgeber: Der Arbeitgebercheck zeigt Ihnen in wenigen Minuten, wie attraktiv Ihre Praxis aus Bewerbersicht wirkt.
Beispiele aus der Zahnarztpraxis
1Direktansprache über Instagram
Eine Praxis folgt regionalen Profilen von ZFA und ZMP und kommentiert regelmäßig deren Beiträge. Nach einigen Wochen schreibt die Praxisinhaberin einer ZMP eine kurze Direktnachricht mit einem konkreten Bezug auf deren Prophylaxe-Beiträge und lädt sie zum Kaffee ein. Drei Monate später wechselt die ZMP, obwohl sie nie aktiv gesucht hat.
2Empfehlungsprogramm im Team
Ein Praxisinhaber lobt eine Prämie von 500 Euro für jede erfolgreiche Empfehlung aus, zahlbar nach bestandener Probezeit. Innerhalb eines Jahres kommen zwei neue Kolleginnen über Kontakte aus dem Team in die Praxis, beide ohne eine einzige geschaltete Stellenanzeige.
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