DH
0Kurz erklärt: Dentalhygienikerin - höchste Fortbildungsstufe.
Was bedeutet DH?
DH steht für Dentalhygienikerin beziehungsweise Dentalhygieniker und bezeichnet die höchste Aufstiegsfortbildung für ZFA im Bereich Prophylaxe und Parodontologie. Eine DH übernimmt delegierbare Leistungen wie die professionelle Zahnreinigung, die unterstützende Parodontitistherapie und die Betreuung von Risikopatienten, jeweils unter Verantwortung der Zahnärztin oder des Zahnarztes.
Der Weg zur DH führt in der Regel über die Stationen ZFA, dann ZMP oder ZMF, dann die DH-Aufstiegsfortbildung bei einer Zahnärztekammer oder einer privaten Akademie. Die Fortbildung umfasst mehrere hundert Unterrichtsstunden und läuft berufsbegleitend meist über ein bis zwei Jahre. Entsprechend klein ist der Kreis der verfügbaren Kräfte: DHs gehören zu den gefragtesten Profilen im Dentalmarkt, und der ohnehin spürbare Fachkräftemangel ist auf dieser Qualifikationsstufe besonders ausgeprägt.
Warum ist das wichtig für Ihre Praxis?
Eine DH macht die Prophylaxe zu einer eigenständigen Umsatzsäule. Sie arbeitet eigenverantwortlich im eigenen Zimmer, betreut Parodontitis-Patienten in festen Intervallen und entlastet die Behandler spürbar. Für die Gewinnung gilt: Mit einer klassischen Stellenausschreibung erreichen Sie DHs selten, denn die meisten sind fest eingebunden und bekommen regelmäßig Angebote. Active Sourcing, ein realistisches Gehaltspaket und eine sichtbare Arbeitgebermarke sind hier die wirksameren Wege. Eine Alternative mit mehr Planbarkeit ist die Entwicklung eigener Kräfte, indem Sie einer motivierten ZMP die DH-Fortbildung finanzieren.
Tipps für Ihre Praxis:
- 1. Rechnen Sie die Wirtschaftlichkeit durch: Kalkulieren Sie, wie viele Prophylaxestunden pro Woche eine DH bei Ihnen auslasten würden. In vielen Praxen trägt sich die Stelle ab einem gut gefüllten Recall-System.
- 2. Entwickeln Sie intern: Bieten Sie einer ZMP die Übernahme der Fortbildungskosten gegen eine Bindungsvereinbarung an. Das dauert zwar ein bis zwei Jahre, ist auf dem leergefegten Markt aber oft der schnellste realistische Weg.
- 3. Positionieren Sie das Gehalt ehrlich. Als Orientierung für die Stufen darunter hilft der ZFA-Gehaltsrechner, eine DH liegt mit ihrer Qualifikation deutlich darüber.
- 4. Geben Sie der DH Gestaltungsspielraum, etwa ein eigenes Prophylaxekonzept und feste Fortbildungstage. Auf dieser Stufe wechseln Kräfte häufiger wegen fehlender Entwicklungsmöglichkeiten als wegen des Gehalts.
Beispiele aus der Zahnarztpraxis
1Interne Entwicklung zur DH
Eine Praxis finanziert ihrer ZMP die DH-Aufstiegsfortbildung und vereinbart dafür eine mehrjährige Bindung. Nach dem Abschluss baut die neue DH die Prophylaxe auf zwei Zimmer aus, die Recall-Quote steigt und die Behandler gewinnen Zeit für Zahnersatz und Implantologie.
2DH-Stelle über Direktansprache besetzt
Eine Praxis sucht ein Jahr lang erfolglos per Anzeige eine DH. Auf einer Prophylaxe-Fortbildung entsteht der persönliche Kontakt zu einer wechselbereiten DH aus der Region, die nach zwei Hospitationstagen zusagt und drei Monate später anfängt.
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