Fluktuation
0Kurz erklärt: Wechsel von Mitarbeitern in einem Unternehmen.
Was bedeutet Fluktuation?
Fluktuation bezeichnet den Wechsel von Mitarbeitern aus Ihrer Praxis heraus, also Kündigungen durch Mitarbeiter, auslaufende Verträge und praxisseitige Trennungen. Die Fluktuationsrate setzt die Abgänge eines Jahres ins Verhältnis zur durchschnittlichen Teamgröße und macht Personalwechsel damit vergleichbar.
Ein gewisses Maß an Wechsel ist normal, etwa durch Umzüge, Elternzeit oder Renteneintritt. Kritisch wird es, wenn Kündigungen sich häufen oder immer wieder dieselbe Position betroffen ist. Jeder Abgang kostet konkret: Wissen geht verloren, das verbleibende Team fängt Mehrarbeit auf, und die Neubesetzung dauert wegen des Fachkräftemangels im Dentalmarkt oft Monate. Dazu belastet jede negative Bewertung einer ausgeschiedenen Mitarbeiterin Ihre Arbeitgebermarke. Was eine unbesetzte ZFA-Stelle in dieser Zeit kostet, überschlagen Sie mit dem Vakanzkosten-Rechner.
Wie misst man Fluktuation?
Die gängige Formel: Anzahl der Abgänge im Jahr geteilt durch die durchschnittliche Mitarbeiterzahl, multipliziert mit 100. Verlassen zwei Mitarbeiterinnen ein Team von zehn, liegt die Rate bei 20 Prozent. Aussagekräftiger als die reine Zahl ist der Blick auf die Gründe. Führen Sie deshalb mit jeder ausscheidenden Kraft ein offenes Austrittsgespräch, am besten einige Tage nach der Kündigung, wenn die erste Emotion raus ist. Solche Gespräche zeigen oft, dass Führung, Dienstplan-Chaos und fehlende Entwicklungsmöglichkeiten eine größere Rolle spielen als das Gehalt.
Konkrete Handlungsempfehlungen:
- 1. Berechnen Sie Ihre Fluktuationsrate der letzten drei Jahre und suchen Sie nach Mustern: Betrifft es bestimmte Positionen, bestimmte Zeiträume oder Kündigungen innerhalb der ersten zwölf Monate?
- 2. Nehmen Sie Frühwarnzeichen ernst: Steigende Krankmeldungen, sinkende Beteiligung an Teambesprechungen und kurzfristige Dienstplan-Absagen gehen einer Kündigung oft voraus.
- 3. Investieren Sie in die ersten Monate: Ein strukturiertes Onboarding mit fester Patin und Feedbackgesprächen nach zwei, sechs und zwölf Wochen senkt die Zahl der Frühkündigungen deutlich.
- 4. Stärken Sie die Mitarbeiterbindung laufend über verlässliche Dienstplanung, ehrliche Mitarbeitergespräche und Benefits, die zur Lebenssituation des Teams passen.
Beispiele aus der Zahnarztpraxis
1Muster bei Frühkündigungen
Eine Praxis verliert innerhalb von zwei Jahren drei neue Mitarbeiterinnen jeweils in den ersten sechs Monaten. Die Austrittsgespräche zeigen, dass es keine strukturierte Einarbeitung gab. Nach Einführung eines Einarbeitungsplans mit fester Ansprechpartnerin bleibt die nächste Neueinstellung dauerhaft im Team.
2Dienstplan als Kündigungsgrund
In einer Praxis kündigen zwei Teilzeitkräfte kurz nacheinander, beide nennen kurzfristige Dienstplanänderungen als Hauptgrund. Die Praxis stellt auf eine Planung vier Wochen im Voraus mit App-basiertem Tauschsystem um und beruhigt damit die Stimmung im restlichen Team.
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