ROAS (Return on Ad Spend)
0Kurz erklärt: Der Umsatz pro investiertem Werbe-Euro. Zeigt, wie profitabel Ihre Marketingausgaben für Patientengewinnung oder Recruiting sind.
Was bedeutet ROAS (Return on Ad Spend)?
ROAS steht für Return on Ad Spend und misst, wie viel Umsatz jeder in Werbung investierte Euro zurückbringt. Ein ROAS von 5 bedeutet: 1 Euro Werbebudget erzeugt 5 Euro Umsatz. Berechnet wird er als Umsatz aus der Kampagne geteilt durch die Werbeausgaben.
In der Zahnarztpraxis ist die Berechnung anspruchsvoller als im Onlineshop, weil zwischen Anzeige und Umsatz mehrere Schritte liegen: Anzeige, Anfrage, Beratung, Behandlungsbeginn. Dieser Funnel bedeutet, dass Sie mit Durchschnittswerten arbeiten müssen. Wenn eine Implantatkampagne im Quartal 4.500 Euro kostet und daraus 6 Behandlungen mit je 3.000 Euro entstehen, liegt der ROAS bei 4. Ohne saubere Zuordnung der Anfragen zur Kampagne bleibt die Zahl allerdings eine Schätzung.
Wie misst man den ROAS?
Erfassen Sie für jede Kampagne drei Werte: Werbeausgaben, Zahl der daraus entstandenen Behandlungen und deren durchschnittlichen Behandlungswert. Fragen Sie neue Patienten bei der Terminvergabe, worüber sie auf die Praxis aufmerksam wurden, und dokumentieren Sie das in der Verwaltungssoftware. Der ROAS unterscheidet sich dabei vom ROI: Der ROAS betrachtet nur Umsatz und Werbeausgaben, der ROI bezieht sämtliche Kosten ein, also auch Agentur, Material und Behandlungszeit.
Konkrete Handlungsempfehlungen:
- 1. Bewerten Sie Kampagnen für hochpreisige Behandlungen wie Implantate oder Aligner über mindestens 3 Monate. Kürzere Zeiträume verzerren das Bild, weil die Entscheidungswege lang sind.
- 2. Rechnen Sie mit dem Behandlungswert über die gesamte Patientenbeziehung. Ein Prophylaxe-Patient bringt über Jahre oft ein Mehrfaches dessen, was die erste Rechnung vermuten lässt.
- 3. Zählen Sie Anfragen und begonnene Behandlungen getrennt, denn längst nicht jeder Lead wird zum Patienten. Erst beide Zahlen zusammen zeigen, wo Ihre Kampagne Geld verliert.
- 4. Prüfen Sie bei schwachem ROAS zuerst den Weg hinter dem Klick. Oft liegt das Problem an der Landingpage oder einer niedrigen Conversion Rate im Anfrageformular.
Beispiele aus der Zahnarztpraxis
1ROAS einer Implantologie-Kampagne
Eine Praxis investiert im Quartal 4.500 Euro in Anzeigen und gewinnt daraus 6 Implantat-Patienten mit durchschnittlich 3.000 Euro Behandlungswert. Der ROAS liegt bei 4, jeder Werbe-Euro bringt also 4 Euro Umsatz zurück.
2Kanalvergleich deckt Budget-Fehler auf
Beim Vergleich zweier Kanäle zeigt sich: Google-Anzeigen liefern einen ROAS von 6, die parallel laufende Meta-Kampagne nur 1,5. Die Praxis verschiebt 70 Prozent des Budgets zu Google und steigert die Anfragen bei gleichen Gesamtkosten.
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